Marienkirche in Frankfurt (Oder): MOZ berichtet über Kleine Anfrage von Sven Hornauf
Der bauliche Zustand der St. Marienkirche in Frankfurt (Oder) und die Frage ihrer langfristigen Sicherung waren Gegenstand einer Kleinen Anfrage des BSW-Landtagsabgeordneten Sven Hornauf an die Landesregierung. Die Märkische Oderzeitung (MOZ) hat die Initiative aufgegriffen und ausführlich über die Antworten des Landes sowie Hornaufs Forderung nach einem stärkeren Engagement für das historische Bauwerk berichtet.
Für Sven Hornauf besitzt die Marienkirche eine herausragende Bedeutung für Frankfurt (Oder). Gemeinsam mit dem Rathaus gehört sie zu den wichtigsten historischen Wahrzeichen der Stadt. Entsprechend besorgt sieht der Landtagsabgeordnete die inzwischen bekannten Schäden am Gebäude.
Mit seiner Kleinen Anfrage wollte Hornauf deshalb unter anderem wissen, seit wann die Landesregierung über die Schäden und den Sanierungsbedarf informiert ist und welche Maßnahmen zum Erhalt der Kirche vorgesehen sind. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Feuchtigkeitsschäden an der Dachkonstruktion und der sogenannten Grabenrinne sowie ein festgestellter Pilzbefall im südlichen Traufbereich des Langhauses.
Schäden seit Jahren bekannt
Wie die MOZ unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung berichtet, wurden beginnende Schäden an Dachkonstruktion, Dachhaut und Grabenrinne bereits seit Ende 2018 in der zuständigen Steuerungsrunde zur Marienkirche thematisiert.
Das tatsächliche Ausmaß und die akute Gefährdung seien jedoch erst im Jahr 2025 durch weitergehende Untersuchungen deutlich geworden. Dabei wurden unter anderem Feuchtigkeitsschäden und Pilzbefall an Holzkonstruktionen festgestellt.
In der sogenannten Steuerungsrunde Marienkirche arbeiten unter anderem das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum, das Zentrale Immobilienmanagement der Stadt Frankfurt (Oder) und die Untere Denkmalschutzbehörde zusammen.
Sanierungskosten von mindestens 670.000 Euro
Nach Angaben der Landesregierung sind Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen vorgesehen. Derzeit läuft unter anderem ein zwölfmonatiges Monitoring der Grabenrinne. Darüber hinaus ist ein Raumgerüst für das Langhaus geplant.
Die Stadt Frankfurt (Oder) soll nun die konkreten Kosten der Sanierungsmaßnahmen ermitteln und einen Zeitplan für deren Umsetzung erarbeiten. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand geht die zuständige Arbeitsgruppe laut Antwort der Landesregierung von Kosten in Höhe von mindestens 670.000 Euro aus.
Anschließend sollen die Finanzierung vorbereitet und Fördermöglichkeiten geprüft werden.
Für Sven Hornauf reicht dieses Vorgehen angesichts der bestehenden Schäden nicht aus. Er warnt davor, notwendige Maßnahmen weiter hinauszuschieben und dadurch deutlich höhere Folgekosten zu riskieren.
Es sei sinnvoller, jetzt gezielt Mittel für die Beseitigung des Pilzbefalls und die Sicherung der Konstruktion einzusetzen, als später mit möglicherweise wesentlich umfangreicheren Schäden konfrontiert zu werden.
Hornauf sieht dabei nicht allein die Stadt Frankfurt (Oder) in der Verantwortung. Angesichts der Bedeutung der Marienkirche als herausragendes Baudenkmal fordert er auch vom Land Brandenburg ein stärkeres Engagement bei der Finanzierung und fachlichen Begleitung der notwendigen Arbeiten.
Land verweist auf Förderprogramme
Die Landesregierung verweist in ihrer Antwort auf verschiedene Fördermöglichkeiten, für die sich die Stadt bewerben könne. Genannt werden unter anderem die Denkmalhilfe des Landes Brandenburg in Verbindung mit dem Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes sowie mögliche Unterstützungen durch Stiftungen wie die Ostdeutsche Sparkassenstiftung oder die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Voraussetzung für verschiedene Programme sind allerdings auch Eigenmittel der Stadt.
Gerade darin sieht Hornauf ein Problem. Angesichts der angespannten Haushaltslage Frankfurts dürfe die Verantwortung für den Erhalt eines Bauwerks von überregionaler Bedeutung nicht allein bei der Kommune liegen.
Die Berichterstattung der Märkischen Oderzeitung über seine Kleine Anfrage zeigt für Hornauf, dass der Zustand der Marienkirche und ihre dauerhafte Sicherung stärker in den öffentlichen Fokus gehören. Sein Ziel ist es, dass die notwendigen Entscheidungen getroffen werden, bevor sich die vorhandenen Schäden weiter vergrößern.
Zur Kleinen Anfrage im Wortlaut
Titelbild: Märkische Oderzeitung / © Foto: Thomas Meiler